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Sie fragen - wir antworten

Soll ich meine schulpflichtigen Kinder ins Ausland mitnehmen?

Auslandsschulen der Bundeswehr (ASBw) erleichtern diesen Schritt erheblich: Der Unterricht an den ASBw richtet sich an deutschen Standards und Ausbildungsordnungen aus. Dies garantiert die Anerkennung der Ausbildung im Ausland und erleichtert es den Schülerinnen und Schülern, sich bei der Rückkehr in eines der deutschen Schulsysteme zu integrieren. Zwischen 30 und 40 Schülerinnen und Schüler jährlich absolvieren auch an den ASBw bundesweit anerkannte Abschlüsse.
Die ASBw weisen eine hervorragende Lehrer-Schüler-Relation auf: Derzeit betreut an den reinen ASBw-Grundschulen im Schnitt eine Lehrkraft 6,6 Schülerinnen und Schüler, an den weiterführenden ASBw 7,47 (NRW-Schnitt: knapp 21 Schülerinnen und Schüler). Diese günstigen Bedingungen ermöglichen einen hoch individualisierten Unterricht. In den kleinen Klassen werden die Schülerinnen und Schüler unausweichlich ins Unterrichtsgeschehen eingebunden. Die Lehrkräfte kennen die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen genau und fordern oder fördern sie entsprechend individuell - ein Unterfangen, das im Inland häufig zwangsläufig an überfüllten Klassen scheitert.
So können die Kinder und Jugendlichen an den ASBw die seltene Chance nutzen, bei intensiver schulischer Betreuung im Schutz ihrer Familie wertvolle Auslandserfahrung zu sammeln, ihre Fremdsprachenkenntnisse auszubauen und danach ohne Anerkennungsrisiken ihre Schullaufbahn im Inland fortsetzen.
Die ASBw fangen die schulischen Unwägbarkeiten ab, die ein Auslandsumzug für Familien bergen kann. Sie erleichtern dadurch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Bundeswehr bei einer Auslandsverwendung deutlich.

Und wenn meinem Kind der Wechsel trotzdem schwerfällt?

Nicht jedes Kind lässt Freunde, die Klassengemeinschaft, Verwandte und Großeltern oder die gewohnte Umgebung unbeeindruckt hinter sich. Schule und Lehrkräfte wissen sehr genau um die Gefühlslage ihrer Schützlinge und versuchen auf unterschiedlichen Ebenen, Neuankömmlingen die Eingewöhnung zu erleichtern.
An vorderster Stelle steht die professionelle pädagogisch-didaktische Beobachtung und Begleitung. Die soziale Integration in die neue Klasse unterstützen darüber hinaus „Patenschaften“, gemeinschaftsfördernde Unterrichtsformen, jahrgangsübergreifende Unterrichtsorganisation, Schulfahrten und vieles mehr.
Das rege Schulleben der ASBw - unter anderem in vielfältigen Arbeitsgemeinschaften - fördert die Eingewöhnung zusätzlich, erweitert die Erfahrungswelt der Kinder und Jugendlichen und erlaubt ihnen, klassenübergreifend Anschluss zu finden. Dieses Stück schulischer Heimat im Ausland schaffen die Lehrkräfte für ihre Schülerinnen und Schüler übrigens in der Regel aus freien Stücken, über ihr reguläres Stundendeputat hinaus.

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Lässt sich die günstige Lehrer-Schüler-Relation an der Auslandsschule der Bundeswehr auch an Schülerleistungen ablesen?

Eindeutig ja: In den vergangenen fünf Jahren legten alle Prüflinge erfolgreiche Abschlussprüfungen ab.
Routinemäßige statistische Auswertungen bestätigen das positive Bild: In den Halbjahreszeugnissen 2012 der derzeit größten ASBw beispielsweise fand sich unter den in der Sekundarstufe I vergebenen rund 980 Einzelnoten nur 19 Mal die Note „mangelhaft“ und ein einziges Mal die Note „ungenügend“ - eine Leistungsbilanz, die im Inland ihresgleichen sucht. Und manch ein Kind bewältigt an der ASBw eine „höhere“ Schulform als dies im Inland vorgesehen war.

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Lernt mein Kind genug für eine erfolgreiche Rückkehr nach Deutschland?

Generell gelten an den ASBw nordrhein-westfälische Lehrpläne und Anforderungsvorgaben. Als Beleg dafür, dass diese erfüllt werden, gilt die erfolgreiche Teilnahme unserer Schulen an den zentralen Lernstandserhebungen, die zentralen Abschlussprüfungen für die Haupt- und die Realschule und Klausuren in der 10. Klasse Gymnasium.
Die Schülerinnen und Schüler der ASBw schnitten bei diesen Leistungsvergleichen durchwegs gut ab. Das bedeutet, dass das Anforderungsniveau an den ASBw dem allgemeinen Anforderungsniveau in Nordrhein-Westfalen entspricht. Dies wurde immer wieder ausdrücklich vom Prüfungsbeauftragten des Ministeriums für Schule und Weiterbildung/NRW bestätigt.
Auch innerhalb von NRW sind die Lernstände in den einzelnen Klassen und Schulen nicht identisch. Daher kann sich Ihr Kind, wie bei jedem Schulwechsel in Abhängigkeit vom Lernstand der aufnehmenden Inlandsklasse bei der Rückkehr im Einzelfall sowohl verschlechtern als auch verbessern.
Der Rückumzug in ein anderes Bundesland als NRW entspricht in etwa dem innerhalb Deutschlands von NRW in dieses Bundesland.

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Warum bringt mein Kind bei all der Förderung nicht noch bessere Leistungen?

Trotz intensiver Förderung stoßen auch an den ASBw Kinder an ihre Leistungsgrenzen. Selbst bei stark individualisierter pädagogischer Unterstützung erreicht nicht jedes das anvisierte Niveau. Manch einer der Schülerinnen und Schüler ist von den Anforderungen der Gymnasial- oder Realschullehrpläne überfordert und kann sich nur mit erheblichem Lernaufwand in der gewählten Schulform halten.
Gymnasiasten und Eltern in Deutschland wie auch an den ASBw stufen die Anforderungen im verkürzten gymnasialen Bildungsgang G8 vielfach als hoch ein. Die Verringerung der Ausbildungsdauer von 9 auf 8 Jahre steigert den Arbeitsaufwand in den einzelnen Schuljahren und kann je nach Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu verringerter Freizeit führen.
Und nicht alle Schülerinnen und Schüler bringen die Energie auf, sich Stoff im erforderlichen Umfang anzueignen. Nicht jeder erfährt dabei die für ihn nötige elterliche Unterstützung. Und manch einem Teenager fällt es trotz aller pädagogischen Angebote schwer, sich einzugewöhnen oder den mannigfachen Ablenkungen vor Ort zu widerstehen und motiviert für gute Schulleistungen zu arbeiten.

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Warum werden trotz des intensiven Unterrichts Hausaufgaben gegeben?

Hausaufgaben dienen auch bei intensivem Unterricht dazu, das Gelernte zu Hause in Ruhe zu durchdenken und zu festigen. Pädagogisch sollen sie an selbstständiges, regelmäßiges Arbeiten heranführen und die Selbstorganisation des Kindes schulen.
Damit dies mit Augenmaß geschieht und die Schülerinnen und Schüler nicht überlastet, ist an den ASBw der wöchentliche Hausaufgabenumfang altersstufengerecht begrenzt. Falls Ihr Kind regelmäßig mehr Zeit als vorgesehen für die Hausaufgaben benötigt, kann das sowohl an der Arbeitsweise Ihres Kindes als gelegentlich auch an einer Unterschätzung des durchschnittlichen Aufwands durch die Lehrkraft liegen. In einem solchen Fall sollten Sie mit der Lehrkraft oder den Lehrkräften sprechen.

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Wie geht man an den Auslandsschulen der Bundeswehr mit Inklusion um?

Bei der Überlegung, ob ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf „inkludiert“, das heißt an einer ASBw aufgenommen werden kann, wird für Eltern die Abwägung, ob es seine Fähigkeiten unter Auslandsbedingungen bestmöglich entwickeln kann, eine zentrale Rolle spielen. Naturgemäß sind im Ausland die Fördermöglichkeiten begrenzt: Ein spezifisches, außerschulisches Fördernetzwerk, etwa deutschsprachige Logopäden oder Verhaltenstherapeuten, fehlen in der Regel und sonderpädagogische schulische Betreuung ist angesichts geringer Gesamtschülerzahlen nicht möglich.
Die Entscheidung, ob ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf an eine ASBw aufgenommen werden kann, trifft der Schulleiter oder die Schulleiterin deshalb nach Abwägung des Einzelfalls. Das Kind wird die Deutsche Schule besuchen können, wenn es voraussichtlich dem Unterricht der Klasse erfolgreich folgen kann und keine außerschulischen Fördereinrichtungen benötigt.
Setzen Sie sich deshalb bitte bereits im Vorfeld mit der Deutschen Schule in Verbindung, wenn Ihr Kind sonderpädagogischen Förderbedarf aufweist. Es geht um seine Zukunft.
Ein Rechtsanspruch auf Aufnahme besteht nicht.

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Wie können sich die Eltern ins Schulleben einbringen?

Eltern sind die wichtigsten Partner der Schule in der Erziehung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen und umgekehrt. „An einem Strang zu ziehen“ ist die Grundlage für eine wirkungsvolle gemeinsame Erziehungs- und Bildungsarbeit und somit für eine erfolgreiche Schullaufbahn der Kinder und Jugendlichen. Deshalb begrüßen und fördern alle ASBw einen intensiven Austausch zwischen Lehrkräften und Eltern. In der Regel bilden Klassenelternabende, Sprechstunden und –tage einen geeigneten Rahmen.
Eltern engagieren sich darüber hinaus vielfach aktiv bei der Gestaltung des Schullebens und unterstützen so die Lehrkräfte, bereichern das Schulgeschehen, gestalten es bunter. Dieses Engagement wird von den Schulen sehr geschätzt.
Die Mitwirkungsmöglichkeiten der Eltern in den Gremien der ASBw definiert die Analogversion-Schulgesetz (AV-SchulG), dort Paragraphen 62 und folgende. Die Pflegschaftsvorsitzenden vertreten die Interessen der Elternschaft gegenüber der Schulleitung und sind als Mitglieder der Schulkonferenz in den in Paragraph 65 Absatz 2 AV-SchulG klar definierten Bereichen in Entscheidungsprozesse eingebunden.
Fragen der Schul- und Unterrichtsorganisation, Methodik, Didaktik, Bewertung von Schülerleistung und alle schulfachlichen Belange liegen in der Fachkompetenz und Entscheidungshoheit der Schule beziehungsweise der Lehrkräfte.

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Was ist zu tun, wenn Fragen oder Schwierigkeiten auftreten?

Viele Ihrer Fragen werden Ihnen sicher die Elternbriefe, -abende, Informationsveranstaltungen oder der Internetauftritt der Schule beantworten. Dort erhalten Sie zuverlässige Informationen aus erster Hand.
Amtliche Informationen der Schulaufsicht über die ASBw im Allgemeinen sowie über die einzelnen Schulen finden Sie unter diesen Internetseiten.
Speziell Ihr Kind betreffende Fragen und Probleme können Sie am besten an den halbjährlich stattfindenden Elternsprechtagen oder in den zumeist individuell vereinbarten Sprechstunden besprechen.
Bitte erörtern Sie auftauchende Fragen oder sich abzeichnende Probleme frühestmöglich direkt mit den Lehrkräften. Die Lehrkräfte können kompetent Auskunft geben und Ihnen notwendige Informationen liefern, um die Situation sachgerecht einzuschätzen, Sie beraten und unterstützen. Im direkten Kontakt mit den Lehrkräften lässt sich vieles rasch und unmittelbar klären.
Miteinander zu reden löst sich abzeichnende Probleme. Nur übereinander zu sprechen ist nicht hilfreich.
Sollte ein Gespräch mit der Lehrkraft nicht klärend verlaufen sein, können Stufenbetreuer oder Schulleitung mit zusätzlichem pädagogischem Knowhow hinzugezogen werden.

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Weitere Fragen

Zusätzliche Informationen über den Unterricht an den Auslandsschulen der Bundeswehr können nachgelesen werden im Download in der Spalte rechts „Antworten auf Elternfragen“

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Stand vom: 18.02.15 | Autor: BiZBw


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